Qualität

In einer Sprache

Der LabPainter ist ein Alleskönner. Denn er simuliert spätere Serienbedingungen des Lackier- vorgangs. Durch die Prüfmethode gelingt es Wörwag, auch in Wachstumsmärkten wie China Produkte in gleichbleibend hoher Qualität herzustellen.

Die Parameter des LabPainters in China lassen sich online in Deutschland abrufen.

Die Mischung macht's

Wenn am chinesischen Standort in Langfang der LabPainter arbeitet, kann Dr. Alexander Gissel zuschauen. Und das, obwohl der Leiter Verfahrenstechnik, Werkstofftechnik und Analytik rund 8000 Kilometer entfernt in Stuttgart sitzt. Eine große Stärke des Prüfverfahrens ist die Vernetzung. Gissel kann die Parameter, die Bedingungen und die Zahl der Lackierungen online in China abrufen und mit anderen vergleichen.

Das Gerät wurde Ende 2012 in Langfang in Betrieb genommen, zuvor wurde eine Anlage auch am amerikani-schen Wörwag-Standort in Lafayette installiert. Von Zuffenhausen aus hat Gissel jederzeit Zugriff auf die Einrichtungen in den USA und in China. Wie bei einem Koch, der weltweit Tipps für die richtige Gewürzmischung einsammelt, tüftelt Wörwag so an der perfekten Rezeptur. „In Stuttgart haben wir das Maschinenkonzept, die Applikationsweisen sowie die Verfahrenstechnik entwickelt und dokumentiert“, sagt Gissel. „Wir haben die Vorgänge mit einer Nomenklatur versehen, die dann alle verstehen. Applikations-technisch gesehen sprechen wir bei Wörwag weltweit eine Sprache.“

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Bei der Arbeit: der LabPainter simuliert spätere Serienbedingungen.

Verlässlicher Helfer auch in China: Liang Wang bereitet den LabPainter für den nächsten Test vor.

Vorreiter bei der Entwicklung

Liang Wang kennt den Code. Der Lackierer im Testlabor in China bereitet den nächsten Versuch vor. Sorgfältig füllt er Farbe mit Hilfe eines Papiertrichters in den Fließbecher des LabPainters. Wenige 100 Milliliter Lack reichen. Eine Zahnradpumpe fördert die Flüssigkeit anschließend durch einen vier Millimeter dicken Schlauch direkt zum Hochrotations-Zerstäuber. Die miniaturisierte Lackieranlage simuliert den späteren Lackiervorgang bei den Automobilherstellern oder ihren Lieferanten bis ins kleinste Detail und wurde 2004 maßgeblich von Wörwag mit entwickelt. Das Unternehmen kann mit dem LabPainter heute schon testen, wie morgen lackiert wird. Für die Entwicklung neuer Farbrezepturen ist das der Schlüssel zum Erfolg.

In der vier mal drei Meter großen Lackierkabine herrschen 23 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Mit großem Energieaufwand wird die Luft konditioniert. Eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Reproduzierbarkeit der Lackierungen. Appliziert wird Silber. Diamantsilber. Für Mercedes. Wang justiert die Farbtontafel auf der Höhe des Zerstäubers. Er schließt die Tür. Dann blickt er auf das Display und aktiviert den elektrostatischen Hochrotationszerstäuber. Der besprüht vollautomatisch die Tafel. Nach dem Ablüften wird getrocknet und im nächsten Schritt der Klarlack aufgetragen. Anschließend legt Wang das Substrat nach dem Ablüften erneut zum Trocknen in den Ofen. Dieser Prozess wird mit unterschiedlichen Rezepturen wiederholt. Der LabPainter ist ein unermüdlicher Marathonsportler. Bei perfekter Vorarbeit sind so mit der Anlage in Stuttgart in zwei Schichten am Tag bis zu 80 Lackierungen möglich.

Mit den Ergebnissen aus China ist Gissel zufrieden. Die Auswertungen der Farbtontafeln sind wichtig für die Lackentwicklung. „Wir testen, unter welchen Bedingungen sich unsere Materialien verarbeiten lassen“, so Gis-sel. „Wir können dadurch den Grad der Empindlichkeit neuer Farbtöne in Bezug auf die Serienanlage ebenso abschätzen wie die applikationstechnische Beeinussbarkeit.“ Der LabPainter isexibel, einfach zu bedienen und benötigt wenig Platz. Er eignet sich für wasser- und lösemittelhaltige Lacksysteme. Benutzt werden können alle Zerstäuberfabrikate. Und er kann neuester Technik angepasst werden. Gissel weiß: „Wir müssen am Puls der Zeit bleiben. Die Ansprüche der Kunden ändern sich ständig.“

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