Essay

Schwarz

Obsidianschwarz Metallic liefert Wörwag seit vielen Jahren für die verschiedenen Mercedes-Benz Modelle der E-Klasse.

Von Elmar Brümmer

Bis jetzt war alles so schön bunt in diesem Magazin. Höchste Zeit also, sich um die Farbe zu kümmern, die es nie in den Regenbogen schaffen wird. Die deshalb für viele überhaupt keine Farbe ist. Für andere nur ein Zustand. Doch für ganz viele eine Lebenseinstellung: Kaum eine andere ruft so starke Gefühle hervor wie Schwarz.

Psychologen wittern dahinter steinzeitliche Existenzängste. Schwarzfahren. Schwarzsehen. Schwarzmalen. Wir möchten gar nicht wissen, wie hoch da die Dunkelziffer ist. Dann wäre black gar nicht mehr beautiful. Ist es aber, zumindest für Coco Chanel: „Frauen haben die ganze Farbpalette im Kopf, nur an Farblosigkeit denken sie nie. Ich aber sage: Schwarz hält allem stand. Weiß auch. Beide sind absolut schön, vollkommene Harmonie.“ So ist das berühmte kleine Schwarze entstanden – als Kontrastprogramm.

Der Architekt Amandus Sattler sagt über die Lieblingsfarbe der Kreativen: „Würden Sie sich Ihr Haus etwa von einem Menschen mit gelb gepunkteter Krawatte bauen lassen?“ Eben. Und Henry Ford, der halb Amerika mobilisierte, steht für die ganze Konsequenz, mit der Schwarz verbunden wird: „Jeder Kunde kann sein Auto in einer beliebigen Farbe lackiert bekommen – sofern sie schwarz ist.“

Alles (auch) eine Frage des Glaubens. Mit Schwarz macht man nichts falsch. Schwarz macht schlank. Schwarz ist Eleganz ohne Risiko. Vielleicht sind Menschen mit einem Faible für Schwarz einfach nur tolerant. Und lassen die Farben den Blumen. Oder den Lacken …

Elmar Brümmer ist ein Magazinautor, der seinen Kaffee aus Prinzip als long black trinkt.

PDF download

Als PDF

Verwandte Themen

Socialmedia