Essay

Rot

Eine Farbe, die Tempo verspricht: Tornadorot für den aktuellen Golf GTI von Volkswagen.

Von Elmar Brümmer

Rot muss kräftig sein, denn es ist die Farbe, in der Kinder Herzen ausmalen. Es kann stürmisch werden, dann heißt es Tornadorot. Rot ist die Farbe der Aufmerksamkeit, der Warnung, vor allem aber der Emotion.

Feuerwehr. Ferrari. Coca-Cola: Rot wirkt immer anregend. Da ist es wieder, das Herzblut. Eine Farbe, die mit dem Leben verknüpft ist. Und natürlich mit der Liebe. Mit Sinnlichkeit, Entschlossenheit, der leuchtenden Seite unserer Gefühle. Auch mit deren Ausbrüchen, der puren Energie. Rot pulsiert. Zu viel davon macht unruhig, dann sehen wir auch metaphorisch Rot. Nur wenige Farben haben es so oft in unseren Wortschatz geschafft. Vielleicht auch, weil Rot die erste war – und das Feuer beschrieb. Gehen wir achtsam damit um, wirkt es warm.

Rot war stets eine Farbe der Macht, besonders im Mittelalter – als Purpur, der edelste, teuerste Ton. Das Schminken mit Rouge kam bei den Ägyptern in Mode. In China steht Rot noch immer für Glück und Reichtum. Auch sonst ist es die Farbe der Stärke geblieben. Rote Karte. Rote Ampel. Rotstift. Roter Teppich: klare Signale. Beim Stierkampf indes reizt das rote Tuch nur den Menschen, der Stier selbst ist farbenblind.

Uns wiederum mache es sogar Appetit, sagen die Psychologen. Vielleicht gibt es das Tornadorot von Wörwag auch deshalb für Kühlschränke. Rot lässt niemanden kalt. Denn es ist Leidenschaft, das wahre Temperament unter den Farben. Rot kommt eben von Herzen.

Elmar Brümmer ist ein Magazinautor, der überlegt, künftig mit Rot zu schreiben, weil das stärker wahrgenommen wird.

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