Rohstoff Eisen

Hart im Nehmen

Höherer Korrosionsschutz bei geringeren Prozesskosten: Als Schutzschild für Stahlblechkarosserien schwerer Land- und Baumaschinen hat sich die Pulver-in-Pulver-Beschichtung bewährt. So extrem die Bedingungen am Einsatzort sein mögen: Der Lack hält.

Symbol: Fe, Ordnungszahl: 26 der Rohstoff Eisen

Schutz vor Korrosion

Beim Stichwort Eisen denkt mancher zuerst an verrostete Stahlträger. Auch der Besucher auf dem Gelände der Firma Wirtgen im mittelrheinischen Windhagen sieht zunächst nur die von Transport und Lagerung rostbraune Stahlkarosserie einer großen Baumaschine. Sie ist auf dem Weg in die Durchlaufstrahlanlage. Dort wird die Karosserie gereinigt, ehe sie in der Großteilelackieranlage in Form einer Pulver-in-Pulver- Beschichtung (PIP) ein neues Kleid erhält. Es besteht aus einer Grundierung, die vor Korrosion schützt, sowie dem Decklack, der die Grundierung vor UV-Strahlen und Witterungseinflüssen abschirmt.

Jochen Reihs

E-Mail jochen.reihs@woerwag.de
Zurück zum Seitenanfang

Bei Wörwag in der Industrielacksparte für das technische
Kundenmanagement zuständig:
Jochen Reihs

Um bis zu 30 Zentimeter

Um bis zu 30 Zentimeter schwankt die Höhe des Eiffelturms in Paris zwischen Winter und Sommer. Ursache ist die normale Wärmeausdehnung des Eisens, aus dem die 18 038 Teile und 2,5 Millionen Nieten des Turms bestehen. Bei Normalwetter ist er knapp 325 Meter hoch; die letzten beiden Stellen hiervon entfallen auf die Antenne. Sein Anstrich erfordert 65 Tonnen Lack.

Schwerstarbeiter: Dank Wörwag-Lack halten die „Surface-Miner“ von Wirten auch extremen Bedingungen stand.

Von 30 auf 70 Prozent

Danach ist die Stahlhaut kaum wiederzuerkennen. Wo immer die schwere Maschine später zum Einsatz kommt, der Lack wird halten. Das Verfahren, das ohne energie- und zeitintensive Zwischenvernetzung auskommt, hat sich längst bewährt. Allein 2015 stieg der Anteil der PIP-Oberflächen bei Wirtgen von 30 auf 70 Prozent. In Handarbeit ist Pulver in Pulver auch an schwierig zugänglichen Stellen möglich. Appliziert wird der Lack per Tribotechnik. Dabei laden sich die Pulverteilchen durch Reibung statisch auf.

Zurück zum Seitenanfang

Jochen Reihs

Jochen Reihs ist bei Wörwag in der Industrielacksparte für das technische Kundenmanagement zuständig. Der 49-Jährige berät und schult Anwender in der Pulver-in-Pulver-Beschichtung. Den Rohstoff Eisen hat er in bester Erinnerung: „Als Kind habe ich kleine Eisenspäne angezündet. Da sprühten die Funken wie bei einem Silvesterknaller.“

Mit Metalliceffekt

Das Beispiel hat Schule gemacht. Mit der Firma Pöttinger aus dem österreichischen Grieskirchen betreut PIP-Experte Jochen Reihs einen Landmaschinenbauer, der in Tschechien nach diesem Verfahren lackiert. Dass die Technik auch bei Pöttinger laufend weiterentwickelt und den Wünschen der Endkunden angepasst wird, zeigt die Lackierung eines Abfallcontainers in der Slowakei. Hier kam zur eigens entwickelten Beschichtung noch ein Metalliceffekt hinzu. „Wir mussten einige technische Kniffe anwenden, um das mit Pulver in Pulver hinzubekommen“, verrät Reihs. Wenn er an Eisen denkt, ist rostiger Stahl so ziemlich das Letzte, was ihm einfällt.

PDF download

Als PDF

Socialmedia