Schutzlacke

Sport- förderung

Schon seit Jahren setzt die Automobilbranche bei Sichtcarbonteilen auf Primer und Klarlacke von Wörwag. Jetzt hat das Unternehmen eine solche Schutzschicht auch für Sportgeräte im Sortiment – und geht damit in China neue Wege.

Viele Anwendungen sind denkbar – vor allem im Sport- und Freizeitbereich.

Für hochwertige Sportgeräte

Surfbretter, Golfschläger, Skier statt Spoiler, Spiegel, Motorhauben: Nicht nur im Automobilbau ist carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) ein angesagtes Material – auch bei hochwertigen Sportgeräten kommt er immer mehr in Mode. Denn er ist extrem leicht, stabil und sieht gut aus. Mit Oberflächen aus Sichtcarbon kann der Besitzer obendrein zeigen, was im jeweiligen Gerät steckt. Da solche Sportartikel überwiegend in China hergestellt werden, hat Wörwag für diesen Markt neuerdings einen Primer im Angebot.

Qualität spricht sich herum. Deshalb wandte sich die Firma Action Composites, einer der weltweit größten Zulieferer von Carbonteilen für den Automobilbau, wegen eines Schutzlacks an Wörwag. In ihrem Werk im südchinesischen Shenzhen fertigen die Österreicher unter anderem Sichtcarbonspiegel für deutsche Premiumhersteller. Eine Kombination aus Haftvermittler und Klarlack schützt die Teile vor allem vor UV-Strahlen.

Die – hier transparente – Grundierung sorgt dafür, dass der Schutzlack auf CFK optimal hält. In Europa handelt es sich meist um Haftvermittler auf Wasserbasis, sogenannte Hydroprimer. BMW etwa verwendet Hydroprimer plus Klarlack von Wörwag in der Fertigung des Carbondachs des Elektromodells i3 im Werk Leipzig.

Zurück zum Seitenanfang

JOANNE WANG leitet seit gut zehn Jahren bei Wörwag im Werk Langfang den Vertrieb.

Sunblocker und Radikalfänger

UV-Licht lässt manche Bestandteile des Lacks altern. Dabei entstehen auch Radikale, hochreaktive Teilchen, die den gesamten Lack angreifen. Zudem fördern UV-Strahlen und Hitze die Radikalbildung durch Ozon und Luftfeuchte sowie bei der allmählichen Oxidation durch Luftsauerstoff. Neben UV-Absorbern enthält der speziell für CFK-Flächen entwickelte Lack daher Radikalfänger.

Weil das Verarbeiten von Hydroprimern an die Produktionsanlagen höchste Anforderungen stellt, ist es aufwendig und somit teuer. „In China gehört das Hydroverfahren noch nicht zum technischen Standard“, erklärt Georg Bussmann, Leiter der Abteilung International Technology Management bei Wörwag. Folglich galt es, für das chinesische Werk von Action Composites eine Alternative zu finden, die dem hohen Qualitätsanspruch des Kunden und seines Lackspezialisten genügte.

„„In China gehört das Hydroverfahren noch nicht zum technischen Standard.“

Georg Bussmann

Vom Autoteil zum Sportgerät

In kürzester Zeit präsentierten die Entwickler in Stuttgart-Zuffenhausen das Ergebnis: Statt des Hydroprimers kommt ein organisch gelöster Haftvermittler zum Einsatz. Für die Fabrik in China hat dieser zwei Vorteile. Zum einen ist die Schichtdicke variabler als beim Hydro-Pendant, zum anderen reduzieren sich die Arbeitsschritte erheblich. Das senkt die Prozesskosten. Vom Autoteil zum Sportgerät Nachdem der neue Primer in der Anlage des Kunden von Anfang an durchweg positive Ergebnisse brachte, kam die Idee auf, den CFKLack auch außerhalb der Autoindustrie einzusetzen. Bedarf daran zeigte sich auf einer Fachmesse in China bei Herstellern hochwertiger Sportgeräte.

Mit der Vermarktung wurde Joanne Wang betraut, Vertriebsleiterin bei Wörwag in Langfang. Sie kümmert sich als Ansprechpartnerin auch um Action Composites. „Angesichts des breiten Einsatzspektrums jenseits des Automobilbaus arbeiten wir mit einer externen Vertriebsgesellschaft zusammen, die sich auf diesem Markt auskennt“, erklärt Wang. Erste Kontakte sind geknüpft. Wörwag hat noch einen Trumpf im Ärmel: Wo es nicht unbedingt Sichtcarbon sein muss, zum Beispiel bei Sportruderbooten oder Skiern, bieten die Stuttgarter Basislacke mit Farbeffekten an. Die Saison ist eröffnet.