Kundenporträt

Gelb macht glücklich

Straßen verbinden. Die Bopparder Maschinenbaugesellschaft (Bomag) ebnet dazu den Weg. Schwere Technik des weltweit führenden Herstellers von Asphalt- und Erdverdichtern hat schon Millionen von Straßenkilometern entstehen lassen. Unverkennbar: die gelbe Schutzhaut aus Wörwag-Lack.

Alles in Gelb: Die Produktpalette von Bomag reicht vom 60-Kilogramm-Stampfer bis zum 56 Tonnen schweren Müllverdichter.

Ein Bomag Müllverdichter im Einsatz.

Unbändige Kraft

Fräsen, Zerkleinern, Rütteln, Stampfen, Walzen: Die Maschinen von Bomag zur Asphalt- und Erdverdichtung machen alles platt. Genau dazu wurden sie schließlich geschaffen. Kilometerweit fräsen sie Asphalt ab, zermalmen ihn an Ort und Stelle; danach wird er entsorgt oder wiederverwendet. Tonnen an Erde bewegen die Kolosse bei Wind und Wetter, ganze Geländeabschnitte erhalten ein neues Gesicht. Grob geht es zu. Aber nur auf den ersten Blick. Denn hinter der unbändigen Kraft stecken Präzision, Wertarbeit und sechzig Jahre Erfahrung eines Weltmarktführers auf dem Gebiet der Verdichtungstechnik. Seit 1957 baut Bomag Erd-, Asphalt- und Müllverdichter, Bodenstabilisierer, Recycler, Fräsen und Fertiger. Im 16 000 Einwohner großen Städtchen Boppard, knapp achtzig Kilometer rheinabwärts von Mainz, gründete Karl Heinz Schwamborn die Firma in einer Doppelgarage gegenüber dem Güterbahnhof.

Im selben Jahr revolutionierte er die Verdichtungstechnik mit der weltweit ersten Doppelvibrationswalze mit Allbandagenantrieb. Bereits 1970 war Bomag auf dem Sektor der Rüttelwalzen der wichtigste Anbieter. Seit Anfang der Neunziger erstrahlen die Geräte in ihrem charakteristischen Gelb. Der Lack kommt nach wie vor von Wörwag. Bomag-Gelb lässt die Herzen von Straßenbauern höher schlagen, denn die zuverlässigen Maschinen erleichtern ihnen die Arbeit.

Sven Pechwitz

E-Mail sven.pechwitz@woerwag.de
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Den Fortschritt vorantreiben

Knowhow und Innovation sind seit jeher die Markenzeichen des „Hidden Champions“. Ein Beispiel ist der Economizer. Das Messinstrument für Verdichter wie Stampfer, Rüttelplatten oder Walzen ermittelt während der Arbeit laufend den Verdichtungsgrad. Auf einer Skala aus zehn gelben Leuchtdioden liest der Bediener ab, wann die optimale Verdichtung erreicht ist. Schließlich trägt diese maßgeblich zur Lebenserwartung einer Straße bei.

Mit dem Asphalt Manager präsentierte Bomag dann 2001 das welterste System zur automatischen Kontrolle und Optimierung der Asphaltdichte. Ein Meilenstein der Messtechnik. Noch heute erweist sich Bomag, die seit 2005 zum französischen Fayat-Konzern gehört, innerhalb der Branche als Impulsgeber. Die Bopparder engagieren sich in der Grundlagenforschung, betreiben das weltgrößte Entwicklungszentrum für Verdichtungstechnik. Die Kooperation mit Wörwag begann 1987. Werner Böh, damals Außendienstler, und Richard Wörwag stellten in Boppard eine 2K-Polyurethan-Grundierung vor, die dem bis dahin verwendeten Lacksystem haushoch überlegen war. Das Produkt überzeugte. „Ein produzierendes Unternehmen wie wir ist auf zuverlässige Lieferanten und eine belastbare Lieferkette angewiesen. Wir haben beides“, unterstreicht Volker Laux, Geschäftsführer Einkauf bei Bomag. „Wörwag ist einer unserer ältesten Lieferanten. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

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Das charakteristische Bomag-Gelb stammt von Wörwag. Lackiert wer-
den die Teile in der Pulverbeschichtungsanlage des Maschinenbauers.

Matthias Knapp

Lacklösung nach Maß

Im Jahr 1989 stellte Wörwag erstmals Pulverlacke bei Bomag vor. „Anfangs war die Skepsis groß. Sie wich aber ziemlich schnell, als wir im Versuch die vorgegebene Lackierzeit von 45 Minuten auf zwölf verkürzten“, erinnert sich Böh. Da es sich um ein Einschichtsystem handelt, entfällt der Überzug mit Klarlack. Bomag baute eine Pulverbeschichtungsanlage, die 1990 in Betrieb ging. Die hier lackierten Teile können anschließend noch mit Sonderfarben beschichtet werden – ohne Anschleifen. Dazu Vertriebsleiter Sven Pechwitz: „Neben dem schlankeren Prozess markierte dies in der Zusammenarbeit mit
Bomag den Durchbruch.“

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Matthias Knapp

sieht Autobahnbaustellen längst mit ganz anderen Augen. „Da dort oft Bomag-Baumaschinen im Einsatz sind, ist das Warten im Stau kurzweiliger geworden“, sagt Matthias Knapp. Der Marktmanager arbeitet seit 1998 bei Wörwag und kümmert sich um Industrie- und Pulverlacke im Bereich ACE (Agricultural & Construction Equipment) und Trailer.

Gemeinsame Neuentwicklungen

Heute sind viele Bomag-Bauteile mit Pulverlack von Wörwag beschichtet. Flüssiglack kommt nur noch auf hitzeempfindlichen Teilen, Zulieferkomponenten sowie in Kleinserien mit Sonderfarbtönen zum Einsatz. Einen Eckpfeiler der Arbeit für Bomag bildet die UV-Beschichtung der Innenseiten der sogenannten Bandagen (Mäntel) des Walzenkörpers. Pro Jahr werden 250 bis 300 Tonnen an hoch wetterbeständigen Pulver- und Flüssiglacken in Bomag-Gelb und im RAL-Farbton 7021 (Schwarzgrau) verbraucht. Schon lange bezieht der Maschinenbauer seine Lacke ausschließlich von Wörwag. „Viele gemeinsame Projekte, etwa in China oder Brasilien, haben uns zusammengeschweißt“, sagt Pechwitz.

Angesichts der extremen Beanspruchung der Baumaschinen sind eine hohe Beständigkeit der Oberflächen sowie Korrosionsschutz die wichtigsten Kriterien, die das Lacksystem erfüllen muss. „Aus dem Feedback der Anwender und der Langzeitbeobachtung der eingesetzten Maschinen ergeben sich immer wieder neue Anforderungen an die Beschichtung“, weiß Wörwag-Marktmanager Matthias Knapp. „Der rege Austausch mit Bomag und deren Zulieferern führt oft zu gemeinsamen neuen Entwicklungen.“ Nur wer innovativ bleibt, ist bereit für die Zukunft.

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Unbändige Kraft: Bomag Maschinen im Straßenbau

Sechzig Prozent Steigung

Dasselbe gilt für die Maschinen von Bomag – angefangen beim 60-Kilogramm-Stampfer über die Tandemwalze bis zum 56 Tonnen schweren Müllverdichter. Davon zeugen auch zwei neue Produkte: eine Walze mit einer Steigfähigkeit von 60 Prozent (31 Grad) sowie eine Asphaltfräse mit einer Arbeitsbreite von 2,20 Metern. Dank der Farbe aus dem Hause Wörwag erkennt man sie schon von Weitem. Das Gelb steht auf der Straße.

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